Aichner-Heimspiel: „Totenfrau - Die Rückkehr“ auf Burg Heinfels
Der Titel seines neuen Buches hätte kaum besser zu diesem Abend passen können: „Totenfrau – Die Rückkehr“ führte Bernhard Aichner am 15. Oktober auch zurück in seine Heimat Heinfels. Im Rahmen des Krimifests Tirol las der Heinfelser auf der Burg vor ausverkauftem Haus. Der Lange Saal war bis auf den letzten Platz mit Fans gefüllt, die den Autor bei einer ebenso spannenden wie humorvollen Lesung erlebten.
Zwischen Nervenkitzel und Lachsalven
Mit ausgewählten Passagen aus seinem neuen Werk entführte Aichner das Publikum in die Welt seiner Protagonistin Blum. Zehn Jahre nach ihren letzten Morden lebt diese mit ihrem Partner Reza zurückgezogen auf einer Yacht in Kroatien. Ein unerwarteter Todesfall zwingt sie jedoch, erneut ihre Grenzen zu überschreiten.
Doch der Abend bestand keineswegs nur aus düsteren Geschichten und mörderischer Spannung. Immer wieder griff Aichner zu seinen eigenen „Frühwerken“ und gewährte dem Publikum einen humorvollen Einblick in seine Anfänge als Schriftsteller. Ein erstes Liebesgedicht, das er mit 17 Jahren verfasst hatte, sorgte ebenso für Heiterkeit wie die Rezensionen seiner frühen Bücher. Dabei las der Autor bevorzugt jene Ein-Stern-Bewertungen vor, die im Langen Saal für zahlreiche Lacher sorgten.
Musik aus der Walze
Auch musikalisch wusste Aichner zu überraschen. Da eine musikalische Begleitung fehlte, nahm er die Sache kurzerhand selbst in die Hand: Mit kleinen Spieluhren spielte er kurze Klassiker der Musikgeschichte ein und sorgte damit für weitere heitere Momente.
Zum Abschluss verabschiedete er sich mit einer humorvollen Neufassung des bekannten Liedes „Bella Ciao“. Darin bedankte er sich auf seine ganz eigene Art bei den Besuchern und brachte seine Freude über den gelungenen Abend zum Ausdruck. Der begeisterte Applaus zeigte, dass der Funke übergesprungen war.
Signierte Bücher zum Abschluss
Nach der Lesung nutzten zahlreiche Besucher die Gelegenheit, sich ein Exemplar des neuen Buches persönlich signieren zu lassen und noch ein paar Worte mit dem Autor zu wechseln.
Bernhard Aichner, 1972 in Osttirol geboren und heute in Innsbruck zu Hause, zählt mit mehr als einer Million verkauften Büchern zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Thrillerautoren. Seine Werke wurden in 16 Sprachen übersetzt, und die Netflix-Verfilmung von „Totenfrau“ erreichte ein internationales Publikum. Auf Burg Heinfels verband sich an diesem Abend die Rückkehr eines erfolgreichen Autors in seine Heimat mit einer Lesung, die Spannung, Selbstironie und die unmittelbare Nähe zum Publikum auf unterhaltsame Weise zusammenbrachte.
Fotos:
Peter Leiter